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August 2019

Ironman Frankfurt – der längste Tag des Jahres, und dieses Jahr bis dahin auch der heißeste. Wie ist es mir ergangen? Überraschend gut. Überraschend insofern, dass ich kein Hitzemensch bin, mich in kühlen Temperaturen wesentlich wohler fühle, und dennoch sehr gut durchgekommen bin. Aufgrund des Wetters war von vornherein klar, dass ich die gesteckten Zeit-Ziele nicht erreichen könnte. Und so fing ich bereits zu Beginn der zweiten Radrunde an, dass Tempo deutlich zu drosseln und alle Energie für das Laufen zu sparen. Es war ja noch nicht mal Mittag, und auf der Radstrecke zeigte der Thermometer Temperaturen knapp unterhalb der 40° an. Zahlreiche Teilnehmer überholten mich, ich blieb stur und fuhr ruhig weiter. Die Strategie wurde dann auf der Laufstrecke belohnt. Während zahlreiche Triathleten gehen oder gar den Wettkampf abbrechen mussten, konnte ich das gesamte Rennen durchlaufen. Nicht besonders schnell, aber das reichte schon, um einen nach dem anderen zu überholen. Die Verpflegungsstationen nutzte auch ich für kurze Gehpausen, aber nicht, weil ich nicht mehr laufen konnte, sondern weil laufend nicht genügend Zeit blieb, an den Verpflegungsstationen all das Wasser und Eis für die Kühlung aufzunehmen. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich bedenken, ich würde das Ziel nicht erreichen können. Ich fühlte mich stark, war selbstbewusst, achtete auf ausreichende Kühlung, und lies mich nicht auf Tempo-Spielchen mit anderen Athleten ein. Nach 12h07min konnte ich auf die Finishline abbiegen und den Zieleinlauf in vollen Zügen genießen. Das war Wahnsinn, man biegt ab auf den roten Teppich, es wird laut, überall Hände zum Abklatschen, und dann hört man auch schon den Moderator rufen: You’re an Ironman!

 

Das Ziel der zweijährigen Vorbereitung war genau dieser Wettkampf, der Ironman Frankfurt, und der ist nun vorbei. War es das? Nein, definitiv nicht. Ich habe deutlich mehr erreicht als ich mir vor zwei Jahren vorgenommen hatte. Und es wäre deutlich mehr drin gewesen, wenn das Wetter mitgespielt hätte, im Optimalfall unter elf Stunden. Die Platzierung war so, wie wir es vorausgeahnt hatten, deutlich im vorderen Drittel. Es ist aber auch klar, wo die Schwächen liegen, wo eben viel Zeit liegen geblieben ist. Ein ausführliches Gespräch mit Anne und Markus steht noch aus, aber eigentlich sind wir uns einig, dass ich in zwei, drei Jahren die nächste Langdistanz angehen sollte. Die Zeit bis dahin wird genutzt, um eine solide Laufform aufzubauen und auf dem Rad mehr Kraft in die Beine zu bekommen. Der Fokus wird somit auf den kürzeren Distanzen liegen. Hier in der Region gibt es zahlreiche Sprintdistanzen, und ich habe viel Spaß daran gefunden, diese kleinen lokalen Wettkämpfe zu bestreiten. Dieses Jahr in der Vorbereitung hat es auch erstmals für einen Podiumsplatz gereicht 🙂 Klar, es war kein top-besetztes Rennen wie der Ironman, aber die Freude war dennoch unbeschreiblich groß. Anne und Markus werden mich somit nicht so schnell los. Wie bereits oben erwähnt, habe ich die beiden vor zwei Jahren kontaktiert, um eine Struktur für meine Vorbereitung für den Ironman zu bekommen. Wir haben jedoch so viel Spaß miteinander, wir machen weiter!

 

 

 

 

25.06.19 (nur noch wenige Tage bis zum IM Frankfurt)

Raceweek! Es ist so weit, fünf Tage bis zum Start. In den letzten Wochen war das Trainingsprogramm sehr fordernd, und ich immer wieder erstaunt, wozu der Körper fähig ist und was er an Belastungen wegstecken kann. Es drehte sich fast alles nur noch um das Training, und Anne passte die Trainingspläne so an, dass ich das Training möglichst optimal in den Alltag integrieren konnte. Klar ist aber auch, dass bei solch einem Pensum das Umfeld in den intensiven Wochen mitspielen muss. Ein großer Dank hierbei an meine Freundin, die mir die entsprechenden Freiräume ermöglichte. Die Vorfreude auf das Rennen steigt mit jedem Tag. Ich bin gut vorbereitet, war nur selten krank, große Verletzungen blieben zumindest in diesem Jahr aus. Laut Wettervorhersage läuft es auf ein Hitzerennen hinaus, nicht meine liebste Konstellation. Eine gewisse Hitze-Resistenz habe ich mir zwar antrainiert, die Belastung für den Körper ist dennoch immens. Es droht auch ein Neoverbot beim Schwimmen, ist derzeit ein vieldiskutiertes Thema unter den Triathleten. Dem sehe ich allerdings gelassen entgegen, nach so vielen Schwimmstunden mit Markus habe ich eine hervorragende Wasserlage und kann auch ohne Neo recht weit vorne mit schwimmen. In den nächsten Tagen werde ich mein Wettkampf-Equipment zurechtlegen, das Rad komplett reinigen und auf Beschädigungen durchsehen. Auf einem sauberen Rad ist man einfach ein Ticken schneller unterwegs 🙂 Wir sehen uns an der Strecke, ich freue mich jetzt schon auf jedes bekannte Gesicht, das ich entdecken werde!

 

Die WechselZone möchte hier nun auch vor dem wichtigen Rennen in Frankfurt ebenfalls noch ein paar Worte über Jurek schreiben!
Wieder einmal hat ein Athlet sich fast 2 Jahre bei uns auf diesen Wettkampf vorbereitet. Da möchten wir zunächst einmal Danke sagen an Jurek für das Vertrauen, welches er uns über den gesamten Zeitraum geschenkt hat! Er hat unglaublich gut trainiert und war immer voll und ganz bei der Sache. Nie gab es einen Trainingsausfall, außer Krankheitsbedingt. Jurek hat jede Trainingseinheit genossen und immer alles bis zum Ende durchgezogen! Jetzt wünschen wir ihm natürlich, dass es im Rennen auch so gut läuft und er seine Trainingserfolge auch umsetzen kann!
Die WechselZone ist guter Dinge und drückt Jurek alle Daumen für ein erfolgreiches Finish in Frankfurt!!

 

März 2019

Kurz gesagt: es läuft gut, wortwörtlich, denn ich kann wieder Laufen, schmerzfrei, die Verletzung ist auskuriert. Klar ist auch, dass der entstandene Rückstand nicht aufgeholt werden kann, aber vor uns liegen noch gute drei Monate Training. Und wenn ich an den Winter bzw. das Frühjahr 2018 zurückdenke, noch vor der Verletzung, da bin ich sehr zuversichtlich, dass eine gute Laufform möglich ist.

Das regelmäßige Schwimmtraining, nahezu immer unter Aufsicht von Markus, zeigt Wirkung. Beim 30 Minuten-Test hatte ich anfangs Probleme mein Tempo zu finden, ging das Ganze ein Ticken zu schnell an, um dann zunehmend langsamer zu werden. Doch nach 800m war ich drin, ich konnte wieder beschleunigen, und das Tempo bis zum Schluss äußerst konstant durchschwimmen. Nach den 30 Minuten war ich auch nicht völlig erschöpft, hätte dieses Tempo noch eine Weile weiterschwimmen können. Um die 1880m richtig einzuordnen, sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich diese ohne Rollwende geschwommen bin, so dass ich bei jeder Wende etwas Zeit verloren habe. Bei über 70 Wenden kommt einiges an Zeit bzw. Metern (je nachdem wie man rechnet) zusammen. Klar, hätten wir hin und wieder eine Schwimmstunde ins Training der Wende investiert, wäre ich womöglich schon deutlich weiter geschwommen. Aber das ist ja nicht der Sinn der Übung, denn ich soll schneller werden, weil ich schneller schwimme und nicht schneller wende. Und außerdem, auf welcher Schwimmstrecke im offenen Gewässer gibt es eine Wand zum Wenden… 🙂

Letzte Woche hatten wir einen Termin bei iQ Athletik um mich und mein Fahrrad bestmöglich aufeinander einzustellen. Ich schreibe bewusst bestmöglich und nicht optimal, denn das Optimum wäre etwas aerodynamischer gewesen. Allerdings, und das war auch zu erwarten, ist meine Beweglichkeit nicht so ausgeprägt, um solch eine Position auf der Langdistanz durchzuhalten. Die Schwächen wurden sehr deutlich aufgezeigt, und so muss ich nun auch regelmäßiges Dehnen in den Trainingsplan integrieren. Je nach Fortschritt kann ich dann sukzessive eine etwas aggressivere Position einnehmen. Bis dahin heißt es dehnen, dehnen, dehnen.

 

 

 

März 2019

Nun möchte auch die Trainerseite noch einmal einen Zwischenstand zur aktuellen Situation in Sachen Vorbereitung Jurek zum IM Frankfurt 19 abgeben.
Als erstes ist zu sagen, dass die Laufbeschwerden überwunden sind. Da gilt es jetzt genau zu schauen, damit bis zum IM Frankfurt hier noch Best möglichst vorbereitet werden kann, aber immer mit dem Fokus „aufpassen“ – eine weitere Verletzung können wir jetzt wirklich nicht mehr brauchen!
In allen anderen Bereichen sind wir denke ich ganz gut im Soll. Rollenprogramme liefen gut über die Wintermonate und demnächst steht in Sachen Rad auch nochmal ein Trainingslager auf Mallorca an. 
Beim Schwimmen haben wir am 17.01.19 wieder einmal über die 30 Min. getestet. Jurek erreichte jetzt eine Distanz von 1880m – das sind genau 150m mehr als beim letzten Test vor ca. einem Jahr – im Schwimmen sind das Welten! Ich traue hier Jurek durchaus mal zu die 2000m Marke in 30 Min. zu knacken, aber das wird nochmal einige Zeit in Anspruch nehmen!

Es bleibt für uns zu erwähnen – es macht weiterhin richtig Spaß mit Jurek zu arbeiten wie am ersten Tag. Positiv Verrückter Typ – so bleiben und weiter Gas geben!!

 

 

 

Dezember 2018

War das schön, die letzten Monate, einfach mal nichts tun 🙂 Nach dem 70.3 war erstmal Urlaub und Nichtstun angesagt. Es waren zwar keine Monate, aber immerhin ein paar Wochen. Anfangs konnte ich es mir nicht vorstellen, so ganz auf das Training zu verzichten, aber nach einer Weile war es wirklich angenehm, und etwas Bewegung gab ja ohnehin, beispielsweise Wandern. Der Körper kam zur Ruhe, die Gedanken drehten sich mal nicht um den Triathlon, und die Vorfreude auf neue Trainingspläne wuchs. Leider kämpfe ich noch immer mit einer Fußverletzung, aber es geht voran, zwar in kleinen Schritten, aber die Ärzte machen Mut. Die Verletzung führte dazu, dass ein neuer Posten den Weg in den Trainingsplan fand: Aqua-Jogging. Naja, eine Traumsportart ist es nicht gerade, aber nach Gesprächen mit erfolgreichen Leistungssportlern hatte ich keine Argumente dagegen, so dass ich mir den Gürtel umschnallte und ins Wasser stieg. Für den Kopf ist es ungewohnt, eine zügige Laufbewegung auszuführen, während man gerade von langsam schwimmenden Leuten überholt wird. Hin und wieder gab es mal einen mitleidigen Blick in meine Richtung, aber auch sehr viel Zuspruch von jüngeren Leuten, die teils neugierig waren, oder aber auch selbst die gleiche Phase durchlaufen haben. Das Radtraining hat sich wieder auf die Rolle zuhause verlagert, da geht es darum, eine ordentliche Basis für den Frühling zu bauen. Beim Schwimmen haben wir schon eine Weile keinen Test mehr gemacht, aber Markus lässt mich immer wieder mal längere Strecken schwimmen, und die Zwischenzeiten zeigen recht deutlich, dass es einen Leistungssprung gab. Liegt auch teils daran, dass das Stabi-Training viel spezifischer geworden ist, und ich nun ganz gezielt an bestimmten Muskelgruppen arbeite.

 

 

Ironman 70.3 in Gdynia / Polen

Im August war ich beim Ironman 70.3 in Gdynia am Start. Die 1.9km schwamm ich im Meer in etwas mehr als 32min. Hatte zwar gehofft etwas schneller zu sein, doch das Schwimmen im Meer ist etwas anderes als im See, insbesondere weiter draußen gab es deutlich mehr Wellen, und die Strömungen sind auch nicht zu unterschätzen. Bin auch etwas Mist zusammengeschwommen, was Teils der Tatsache geschuldet ist, dass ich eine recht starke Hornhautverkrümmung habe und mich ohne optische Sehhilfe nur schwierig orientieren kann. Blöd wenn die Bojen und Kanus gelb sind: Aus mittlerer Entfernung sind diese für mich nicht zu unterscheiden.

Das Schwimmen war dennoch im Rahmen. Auf der Radstrecke passierte in der ersten Stunde nicht viel, die Beine wollten nicht, fühlten sich schon am Vortag bei einer kurzen Testfahrt recht schwer an. Lag vielleicht an der langen Anreise, vielleicht zu viel auf den Beinen gewesen an den Tagen davor. Jedenfalls war der Schnitt der ersten Stunde, auch unter Berücksichtigung des langen Anstiegs, nicht sehr berauschend. Seltsamerweise änderte es sich plötzlich, so dass ich viele Fahrer, die mich anfangs überholten, wieder kassierte. Je länger ich auf dem Rad war, desto schneller wurde ich. Das letzte Drittel der Radstrecke war mit Abstand das schnellste, trotz strömenden Regens. Fairerweise muss man dazu sagen, dass am Ende auch eine längere Abfahrt anstand, allerdings im Platzregen mit vielen Stürzen vor und hinter mir, und auch die Profis konnten sich bei noch trockener Strecke kaum bzw. gar nicht steigern im letzten Drittel. Viele Triathleten nehmen es nicht besonders ernst, wenn ich oft an der Fahrtechnik arbeite und Stunden damit verbringe, an der Radbeherrschung zu feilen. Es führte aber dazu, dass ich im Platzregen dennoch die Geschwindigkeit vergleichsweise hochhalten konnte, auch in den Kurven, ohne einen Sturz zu riskieren. Unter Strich blieb die Radzeit bei 2h und 46min stehen. 

Pünktlich zum Lauf war der Regen vorbei, es kam sogar die Sonne hinter den Wolken hervor. Ans Laufen hatte ich keine hohen Erwartungen, immerhin war ich die Monate davor verletzt, und es war nicht Mal sicher, ob ich die Strecke durchlaufen könnte. Um es kurz zu machen, es lief besser als erwartet, hatte zwar leichte Schmerzen, aber das größere Problem war doch das mangelnde Training und die Ermüdung der Beinmuskulatur. Die Laufzeit betrug 1h und 55min, was in Anbetracht der Tatsachen absolut zufriedenstellend ist, doch hätte ich mir eine deutlich schnellere Zeit gewünscht.

Inklusive der Wechselzeiten kam ich nach 5h und 22min ins Ziel, meine neue persönliche Bestzeit auf dieser Distanz. Ich bin davon überzeugt, ohne die Verletzungen in der Vorbereitung, die 5h-Marke zu unterbieten. Naja, habe somit ein Ziel für das nächste Mal 🙂

 

 

August 2018

Was macht ein Triathlet, wenn er verletzt ist? Er trainiert 🙂 Leider ist genau das eingetreten, was ich mir am wenigsten gewünscht habe: zwei Verletzungen. Dies führte dazu, dass das Lauftraining teils komplett ausgesetzt wurde, dafür aber insbesondere das Schwimmtraining intensiviert wurde, so dass ich auch zeitweise fünf Tage die Woche im Wasser war. Anne und Markus haben sehr spontan das Training entsprechend um geplant, und die Einheiten eben so gestaltet, dass das Bein entlastet wird. So blöd eine solche Verletzung auch ist, beim Triathlon hat man noch zwei weitere Disziplinen an denen man feilen kann, sofern es die Verletzung zulässt. Nach und nach konnte ich auch in das Radtraining einsteigen und die Einheiten langsam steigern. Sicher ist es noch immer ärgerlich, dass ich der gewünschten Laufform weit hinterher hänge, aber die Ergebnisse im Schwimmen und Radfahren stimmen mich dennoch positiv für das nächste Jahr. Wenn ich an die letzten Wochen zurückdenke, so gab es einige für mich sehr bedeutende Erlebnisse. Denn in einem der vorherigen Beiträge erwähnte ich bereits, dass diese kleinen Leistungszuwächse im Training, die Veränderungen des Körpers, mich sehr motivieren. Ein Beispiel wäre die Swimnight im Langener Waldsee, als ich ohne große Erwartungen mit einem Leih-Neo ins Wasser stieg und zwei große Runden à 1.5km in unter 51min geschwommen bin, was auf die Ironman-Distanz von 3.8km eine Zeit von ca. 1:04 ergeben wurde. Als ich aus dem Wasser stieg und auf die Uhr schaute war ich baff und stolz zugleich. Dass ich schon diesen Sommer diese Zeit schwimmen würde, damit habe ich nicht gerechnet!

Die Sommermonate Juni und Juli waren von ziemlich intensiven Trainingswochen geprägt, denn im August stand der Hauptwettkampf an, eine Halbdistanz mit Schwimmen im Meer. Regelmäßig erkundigte sich Anne nach meinem Befinden, so dass sie stets im Bilde war, wo ich gerade stehe und was verletzungsbedingt möglich ist und entsprechend die Trainings-Pläne für den Wettkampf gestaltete. Um es vorwegzunehmen, den Ironman 70.3 beendete ich in 5:22, was in Anbetracht der begrenzten Laufform absolut in Ordnung geht. Obwohl ich in den letzten Monaten keinen einzigen langen Lauf absolvieren konnte, konnte ich dennoch den gesamten Halbmarathon durchlaufen, zwar in keiner besonders guten Zeit, aber immerhin.

Den umfassenden Rennbericht, der auch wettermäßig viel Abwechslung bot, gibt es im nächsten Blog-Beitrag.

 

 

April 2018

Über die letzten Wochen gibt es nicht besonders viel zu erzählen. Nach vier, vor allem gegen Ende ermüdenden, Belastungswochen stand eine ruhige Entlastungswoche an, die ich nutzte um Urlaub zu machen und zu verreisen. Kurz auf den Urlaub folgte eine Erkältung, die zu einer Trainingspause führte. Nun bin ich dabei, den Rückstand wieder aufzuholen. Hätte nicht gedacht, dass sich eine Erkältung so deutlich auf die Trainingsergebnisse auswirken würde. Vor allem war es bisher so, dass mich die Fortschritte beim Training äußerst stark motivierten. Es war eine riesige Freude rauszugehen und zu erleben, wie der Körper die Reize der vergangenen Wochen umgesetzt hatte. Nun habe ich gemerkt, dass ein Rückschritt durch die Erkältung, genauso motivierend ist 🙂 Ich weiß ja was ich leisten konnte, und freue mich bei jeder Trainingseinheit darauf, diesem Niveau wieder etwas näher zu kommen.

Generell ist es sehr spannend zu beobachten, welche Veränderungen das Training mit sich bringt. Der gesamte Körperbau verändert sich, Körperfettanteil sinkt auf ein Minimum, Muskeln kommen hinzu, und das Wohlbefinden ist auf einem ganz anderen Niveau. Aber auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers ist eine andere, die Fühler für das, was im Körper passiert, sind viel sensibler ausgeprägt. Was das Essen betrifft, so habe ich inzwischen Lust auf ganz andere Lebensmittel als noch vor wenigen Monaten. Auch merke ich viel deutlicher, was der Körper benötigt und was ich besser meiden sollte. Natürlich esse ich auch gelegentlich Pommes, gelegentlich, nur wenn ich Lust darauf habe, und das ist eher selten. Meinen Tag starte ich ernährungsseitig inzwischen mit Shakes, die sehr schnell zubereitet, nahrhaft und lecker sind. Je nach Lust und Laune sind darin Bananen, Avocados, Beeren, Nüsse, Samen und Haferflocken enthalten. Und etwas Honig von meinen Bienen 🙂 Für mich persönlich die optimale Grundlage für einen erfolgreichen Trainingstag.

 

 

 

Februar 2018

Am Sonntag standen im Laufprogramm unter anderem 30min bei 85% der maximalen Herzfrequenz auf dem Programm. Wenn ich auf die Uhr schaue, bin ich noch immer etwas baff, welche Zeiten ich laufe. Erinnere mich gerne an das erste Gespräch mit Anne und Markus, und was es für mich heißt, ‚schnell‘ zu sein. Naja, für einen der bisher 1:58 als Bestzeit für einen Halbmarathon stehen hat, ist schon eine 1:45 schnell. Eine Zeit unter 1:40 war gedanklich so weit weg, dass ich das als Ziel für 2019 nannte. Anne grinste 🙂 Um mal paar Zahlen zu nennen: Am Sonntag lief ich in 30min bei 85% max.HF fast 6.8km, was einem Schnitt von 4:25 pro Kilometer entspricht. Ich war auch nicht besonders ausgeruht, am Samstag lief ich acht Kilometer, am Freitag 16 Kilometer. Grob hochgerechnet sollte derzeit eine Zeit unter 1:35 auf den Halbmarathon möglich sein. Beim 10km-Test ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis die 40min-Marke fällt. Mit solch einem Leistungssprung habe ich nicht gerechnet, bei weitem nicht. Sicher sind die Zeiten der Lohn für die Mühen im Training, auch mal spät abends in die Nacht laufen zu gehen. Oder bei Regen. Oft bin ich abends der letzte auf der Bahn, der noch seine Runden dreht. Habe jedoch nicht das Gefühl, dass die Laufpläne besonders hart wären. Sicher ist auch mal die ein oder schmerzhafte Einheit dabei, das gehört dazu. Kenne allerdings zahlreiche Läufer, deren wöchentliches Pensum weitaus höher ist. So viel schneller sind sie aber auch nicht, und inzwischen freue ich mich riesig darauf, schon bald in deren Liga vorzustoßen 🙂

 

 

 

 

 

Januar 2018

Die Lavainsel Lanzarote war der perfekte Start in das neue Jahr: Sonne, angenehme Temperaturen, und damit das Training nicht zu locker wird, Wind aus allen Richtungen. So könnte man das Trainingslager auf Lanzarote kurz zusammenfassen. Aber es gibt viel mehr zu erzählen. Wo fängt man da am besten an? Für diejenigen, die noch nicht vor Ort waren, sei kurz gesagt dass Lanzarote eine recht kleine Insel ist (213km Küste) und man Schatten unter Bäumen vergeblich sucht, einfach weil es so gut wie keine Bäume gibt. Überall schwarzes Lava-Gestein, Sträucher, Büsche und Kakteen.

Wir waren im Club La Santa untergebracht, einer Anlage die auf die Bedürfnisse von Sportlern ausgerichtet ist. Es gibt mehrere Schwimmbecken mit 50m-Bahnen, eine Leichtathletik-Anlage, Kraftraum mit Laufbändern und Ruderergometern, Verleih von Rennrädern und MTBs, zahlreiche Sportplätze, Kurse, … Wenn man über die Anlage geht, sieht man überall Menschen beim Sport, das ist sehr ansteckend.

Wir nutzten die Zeit in erster Linie um an den Grundlagen zu arbeiten. So standen zahlreiche Ausfahrten auf dem Rennrad an. Unsere Königsetappe führte größtenteils über die Radstrecke des Ironman Lanzarote, auf der wir 155km mit knapp 2600 Höhenmetern zurücklegten. Anschließend noch in den Pool, paar lockere Bahnen ziehen, a Traum!! Wie bereits erwähnt, es gibt fast immer Wind, und gefühlt stets von vorn, selbst wenn es bergauf geht.

Ein Highlight waren die Schwimmeinheiten mit Jenny Mensing, 18fache deutsche Meisterin und Europameisterin. Es ist sehr beeindruckend, sie beim Rückenschwimmen zu sehen, Eleganz und Vortrieb in Perfektion. Die erste Schwimmstunde mit ihr nutzen wir, um an Nuancen unserer Kraultechnik zu arbeiten. Und es waren wirklich Nuancen. Da haben die Trainer Markus und Anne erstklassige Arbeit geleistet. Wenn man den Vergleich auf Video zum letzten Herbst sieht, es sind Welten, es sieht einfach elegant und flüssig aus. Da darf man als Athlet auch stolz darauf sein 🙂

Die zweite Einheit mit Jenny diente dazu, uns das Rückenschwimmen näher zu bringen. Naja, ganz so schön wie das Kraulschwimmen sieht es noch immer nicht aus, dafür schwimmen wir diese Disziplin einfach zu wenig. Aber das Training hat richtig viel Spaß gemacht, wir alle hatten viel zu lachen.

Vielleicht sollte ich auch erwähnen, dass vor Ort zahlreiche Profis anzutreffen sind. Sei es beim Laufen, Radfahren, Ausüben einer anderen Sportart oder einfach auf dem Gelände beim Entspannen (ja, auch Profis machen Pausen).

Auch wenn das Trainingslager körperlich anstrengend ist, für den Kopf ist es Erholung pur. Man musste nicht zusehen, wie man nach dem Training schnell zur Arbeit kommt, oder sich die dafür notwendige Zeit freischaufelt. Die Zeit für Sport war einfach da 🙂

 

 

Dezember 2017

Auch wir von der Trainerseite möchten einen kurzen Zwischenstand zu unserem Schützling Jurek abgeben. Wenn man es genau nimmt, sind ja erst wenige Wochen mit gemeinsamem Training vergangen. Von daher kann und sollte man noch keine zu großen Schlüsse über den Leistungsstand abgeben. Tatsache aber ist, dass Jurek eine so positive Lebens- und Trainingseinstellung hat, dass der Trainer eher als Bremse fungiert statt als Motivator. Jurek ist das Paradebeispiel für einen Sportler. Die Faktoren Kopf, Hand und Bauch sind einfach stimmig und somit machen das Training und die Vorbereitung auf das was da kommt halt nun mal Spaß – so einfach ist das!

1500m Test 12.12.17

Etwas zur aktuellen Trainingssituation: Was das läuferische angeht ist mittlerweile eine deutliche Verbesserung sichtbar, wobei wir hier die Entwicklung im Frühjahr etwas abwarten müssen. Entweder wird Jurek ein „guter Läufer“, oder er wird richtig schnell und das auch über eine lange Distanz – warten wir mal ab!

Beim Schwimmen läuft es aktuell ganz gut, wobei auch hier noch ein bisschen der „Rums“ rein muss. Was das genau bedeutet besprechen wir mal lieber mit Jurek persönlich 😉 Bei seinem aktuell ersten 30 Min. Test Anfang der Woche erzielte Jurek eine Distanz von genau 1730 m – das kann sich durchaus schon sehen lassen.

Im Januar besucht Jurek mit uns als WechselZone ein elftägiges Trainingslager auf Lanzarote, wo wir bei hoffentlich besseren Wetterbedingungen weiter an den Grundlagen arbeiten werden.

Also – alles in allem läuft es rund. Wir bleiben dran!

 

 

 

Dezember 2017

Der Winter ist da
Für einen Großteil der Menschen hat die ruhige und besinnliche Adventszeit begonnen, für uns geht die Arbeit an den Grundlagen weiter. Die letzten Wochen haben wir genutzt um die Technik beim Schwimmen weiter zu optimieren und beim Laufen die Körperspannung aufzubauen. Das Radtraining findet nun zuhause auf der Rolle statt, was teils recht monoton sein kann so ohne Fahrtwind, Kurven und andere Radfahrer, andererseits aber sehr effektiv ist, da man nicht durch Ampeln und Verkehr unterbrochen wird. Die Steuerung des Radtrainings, insbesondere im demnächst anstehenden Trainingslager auf Lanzarote, erfolgt auf Basis der vor zwei Wochen durchgeführten Spiroergometrie beim Kardiologen. Das war insbesondere am Anfang sehr ungewohnt, mit einer Maske überm Gesicht Rad zu fahren. Vor allem wenn es kurz im Gesicht juckt, hat man keine Möglichkeit sich zu kratzen. Von den zahlreichen Zahlen und Auswertungen war ich erstmal erschlagen, doch der Arzt attestierte mir eine exzellente körperliche Leistungsfähigkeit und zeigte mir die wichtigsten Parameter auf. Insbesondere die relativen Werte (auf mein Körpergewicht bezogen) sind auf einem sehr guten Niveau und eine optimale Ausgangslage für die nächsten Monate. Im Wasser steht nun der erste 30min-Test an und ich kann noch nicht so richtig einschätzen, was möglich ist. Ich weiß aber auch nicht, was Markus erwartet. Er hat sicher paar Zahlen im Kopf, macht ja ständig Notizen, und ich hoffe die Erwartungen zu erfüllen. Auch wenn es um nichts geht, man möchte doch bestmöglich dastehen. Vielleicht gelingt es, ihn positiv zu überraschen 🙂

 

Oktober 2017

Liebe Blog Interessenten,

ein weiterer Athlet stößt hier im Blog hinzu. Es handelt sich um Jurek Janiszewski, ein junger Mann aus Wiesbaden, der sich in den nächsten beiden Jahren u.a. damit beschäftigt, sich auf den Ironman in Frankfurt im Jahr 2019 vorzubereiten.

Wir als WechselZone können nach kurzer Zeit schon sagen, einen wirklich sehr sympathischen Typen kennengelernt zu haben und darum begleiten wir ihn auch wirklich sehr gerne hier in unserem Blog. Die Unterhaltung bei Jurek kommt sicher nicht zu kurz – viel Spaß dabei!
Wir wünschen Jurek auf seinem Weg alles Gute, viel Erfolg – wir werden Dich richtig rannehmen – alles wird gut!
Nachfolgend der erste Beitrag von Jurek

 

Projekt Ironman 2019 – Der Anfang

An einem verregneten Morgen fing mein Projekt Ironman 2019 an, ich traf mich mit Anne und Markus in einem Wiesbadener Café, und ihr Töchterchen Malou war auch dabei. Allzu viel muss ich dazu nicht sagen, es hat auf Anhieb gepasst, ein supersympathisches Team, ich fühlte mich wirklich wohl. Recht schnell waren die Rahmenbedingungen, Ziele und weiteren Schritte abgesteckt. Der Umfang dessen, was mir ‚WechselZone‘ bietet, übersteigt meine Erwartungen bei weitem. Ich dachte in erster Linie an Trainingspläne, vielleicht ein paar gemeinsame Trainings-Einheiten. Von wegen! Von Anfang an liegt der Fokus auf Einzelstunden und einer sehr intensiven Betreuung, dazu aber gleich mehr.

Es folgte eine Untersuchung beim Kardiologen (die ist Pflicht) und die ersten Schwimmeinheiten, inklusive Videoaufnahmen, Technikübungen für das Wassergefühl und einem 400m-Test. Zwei mal die Woche bin ich nun im Wasser, ich habe eine Bahn für mich alleine (!), dazu Markus als Trainer, der nur für mich da ist und nur selten den Blick abwendet. Inzwischen haben wir den zweiten 400m-Test hinter uns gebracht und bereits jetzt schwimme ich eine Minute schneller als noch vor wenigen Wochen. Das hätte ich nicht gedacht.

Gestern waren wir gemeinsam auf der Lauf-Bahn, ein 10km-Test stand auf dem Programm. Die Zeit war aber nicht das Entscheidende, es wurden in meinem Laufstil Baustellen identifiziert, von denen ich nicht mal ahnte, dass diese existieren. Es ist eben doch ein Unterschied, ob man einfach so für sich etwas laufen geht, oder das ganze professionell angeht. In den nächsten Wochen bzw. Monaten wird es also nicht darum gehen, einfach Laufpläne abzuarbeiten, sondern an der Technik zu feilen, Körperspannung aufzubauen, und das Ganze unter regelmäßiger Kontrolle von Anne und Markus.

Ich bin gespannt auf die nächste Zeit. Bisher habe ich Sport gemacht aus Freude draußen zu sein, mich zu bewegen, den Wind zu spüren. Nachdem ich einige Wettkämpfe absolvierte, allerdings ohne großen Anspruch auf eine schnelle Zielzeit, hat mich nun der Ehrgeiz gepackt, möglichst weit nach vorne zu kommen. Bisher war es nämlich so, dass man in den Ergebnislisten meinen Namen am schnellsten fand, wenn man diese von hinten durchgegangen ist. Das wird sich nun ändern, und ich werde diesen Blog hier nutzen, um regelmäßig über die Fortschritte und Rückschläge (hoffentlich nicht) zu berichten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WechselZone